Aktuelles rund um die Akademie Fresenius

Hier finden Sie aktuelle Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen und die neuesten Meldungen rund um die Akademie Fresenius.

Energiemanagement in der Lebensmittelindustrie: Ganzheitliche Lösungen in der Ultraeffizienzfabrik

Ökonomische und rechtliche Anforderungen veranlassen immer mehr Unternehmen der Lebensmittelindustrie, ihre eigene Strategie zur Energieeffizienz zu entwickeln, weniger Energie zu verbrauchen und Emissionen zu verringern. Eine Praxistagung der Akademie Fresenius am 10. und 11. Oktober 2017 in Dortmund zeigte, mit welchen Kennzahlen Unternehmen ihren Energieverbrauch steuern können, welcher Handlungsbedarf durch Änderungen im Energierecht auf sie zukommt und welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet.

Im Mittelpunkt der Praxistagung standen aktuelle Projektberichte aus Lebensmittelunternehmen wie zum Beispiel frischli Milchwerke, Chokoladefabriken Lindt & Sprüngli oder der Sektkellerei Henkell. Außerdem vermittelten die Referenten einen Ausblick auf die Zukunft des Energiemanagements. 

Unternehmen werden zum „Prosumer“

Hannes Theile von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers wagte einen Ausblick, wie sich das Energiemanagement in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird. Er ist überzeugt, dass immer mehr Unternehmen Photovoltaik-Anlagen, Windkraftanlagen, Solarthermie oder Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung installieren. So können sie ihren Eigenbedarf decken und überschüssigen Strom oder Wärme vermarkten. Unternehmen werden damit zum „Prosumer“. „Aus dem klassischen Hilfsbetrieb Energie kann ein neues Geschäftsfeld werden“, so Theile. „Trends wie disruptive Technologien und ein verändertes Kundenbild werden die Geschäftsmodelle der Energiewirtschaft verändern“, sagt er voraus. Als Beispiele für diese Veränderungen nannte er auf der Fresenius-Praktikertagung zum Beispiel die fast unbegrenzte Rechenleistung, die in der „Cloud“ verfügbar ist. Sie führt zu kosteneffizientem Nutzen von komplexen Big Data Algorithmen, zu verbesserten Prognosen und letztlich zu einem effizienteren Stromverbrauch. Ähnlich sieht es Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart. Sein Zukunftsbild beschreibt die „Ultraeffizienzfabrik durch Digitalisierung und Biologisierung“, bei der in allen Produktionsprozessen auch der Ressourcenverbrauch betrachtet wird. 

Mehr Effizienz durch energieflexible Produktionssteuerung 

Bereits heute gewinnt Energie immer mehr Einfluss auf die Produktionssteuerung. Unternehmen sollten deshalb eine dezentrale energieflexible Produktionssteuerung anstreben. Dazu werden für jeden Prozessschritt die Fertigungsaufträge mit Start- und Endtermin definiert und Daten zur Energieversorgungssituation erhoben. Auf der Grundlage dieser Informationen ist es möglich, für jeden Prozess die Energieflexibilität zu bestimmen.

Energieoptimierung in technischen Gesamtsystem der Sektkellerei Henkell 

Reinhard Mann, Leiter Versorgungstechnik, gab einen Einblick in die Energieoptimierung bei Henkell & Co (Wiesbaden). Die Sektkellerei setzt sowohl auf eine moderne Erd-Wärmepumpenanlage, Photovoltaik, Wärmerückgewinnung und ein Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-System, das Zug um Zug den Heizdampf ersetzt. Im Betrieb erfordert die Komplexität der interagierenden technischen Systeme eine systematische Vorgehensweise beim Monitoring, der Analyse und der stetigen Optimierung. Reinhard Mann empfahl den Teilnehmern der Fresenius-Praktikertagung, immer die notwendige Sensibilität für Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu entwickeln: „Welches Projekt auch immer geplant wird, sehen Sie es wirklich als Teil eines großen ganzen Systems.“ Ein Energieeffizienz-Projekt solle nicht nur nach den klassischen Phasen „Konzept, Planung, Realisierung“ ausgelegt sein, sondern vor allem die Betriebsphase umfassen. Diese sei ja im Lebenszyklus einer Anlage der weitaus längste Zeitraum: „Systeme und Subsysteme sind nicht statisch. Sie unterliegen ständigen Änderungen“, betonte Mann. Es gebe zwischen den Energiesystemen immer Wechselwirkungen und Einflüsse, die nicht übersehen werden sollten und zur Effizienz beitragen können: „Strom, Wärme und Kälte: Alles beeinflusst sich gegenseitig.“

Druckluft: die „teuerste Energie im Getränkebetrieb“

Hartmut Evers vom Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller KHS gab in seinem Vortrag Tipps für den Umgang mit Druckluft, der „teuersten Energie in einem Getränkebetrieb“. Druckluft kommt zur Abfüllung und Beförderung von Produkten mit hohen Geschwindigkeiten zum Einsatz. Allerdings ist Druckluft kein kostengünstiger Energieträger. Die Verdichterarbeit endet als Wärme und ist ohne Sekundärmaßnahmen verloren. Schon kleinste Leckagen mindern zudem die Wirtschaftlichkeit dieses flüchtigen Mediums. Auf der Praktikertagung gab Evers konkrete Tipps zum Kostensparen. So gelte es, die Druckverluste möglich gering zu halten. Dazu müssen Energiebeauftragte ein notwendiges Druckniveau ermitteln und Überschreitungen verhindern. 

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Die Akademie Fresenius GmbH

Alter Hellweg 46
44379 Dortmund

Telefon  +49 231 75896-50
Telefax  +49 231 75896-53
E-Mail  freseniusakademie-fresenius.de 
www.akademie-fresenius.de


Jetzt teilen


zurück zur Übersicht
Rebecca Keuters

Ihre Ansprechpartnerin

Rebecca Keuters
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

+49 231 75896-76
rkeutersakademie-fresenius.de