Aktuelles rund um die Akademie Fresenius

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Fortschritte im Risikomanagement und im Monitoring

Behaviour of Pesticides in Air, Soil and Water

21. Internationale Konferenz der Akademie Fresenius diskutierte das Verhalten von Pflanzenschutzmitteln aus internationaler Perspektive

Am 25. und 26. Juni lud die Akademie Fresenius zur 21. AGRO-Konferenz „Behaviour of Pesticides in Air, Soil and Water“ Pflanzenschutzverantwortliche aus den Bereichen Umweltverhalten, Expositions- und Risikobewertung, Registrierung und Regulatory Affairs, Monitoring und Modelling nach Mainz ein. Auf der internationalen Veranstaltung diskutierten Fachleute aus Europa und Kanada neue Anforderungen, Strategien und Verfahren zur Bewertung, Zulassung und Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln. 

An den zwei Konferenztagen gaben Vertreter der EU Kommission und der nationalen Behörden in Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden Einblicke in neue Initiativen und Programme zum Pflanzenschutz. Zudem berichteten Vertreter der Arbeitsgruppen der Gesellschaft für Umwelttoxikologie und -chemie (SETAC) über neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Abdrift-Messungen und zum Pflanzenschutz-Monitoring (SETAC DRAW und SETAC EMAG-Pest). 

Statistische Modellierung verfeinert Sprühdrift-Monitoring

Momentan basieren Abdriftmessungen auf einem First Tier-Set von Drifttabellen, die auf mehr als 25 Jahre alten und heute neu zu prüfenden Forschungen beruhen. Unter dem SETAC-Schirm hat sich eine Anzahl von Workshops und Forschungsprogrammen – mit Finanzierung durch die ECPA – mehr als vier Jahre lang mit Optionen zur Verfeinerung und Verbesserung der Darstellung der Abdrift bei Kulturpflanzen beschäftigt. Dies stellt einen signifikanten Beitrag dar, wie wir Abdrift aktuell betrachten – einschließlich Modellierungsverfahren, die diese mit anderen Untersuchungen, zum Beispiel zur Belastung von Oberflächenwasser und Böden, in Verbindung bringen. Das Forschungsprogramm beinhaltet einen Vorschlag für ein harmonisiertes und reguliertes Abdrift-Bewertungsprotokoll, das Testen dieses Protokolls bei Wintergetreiden unter einer Anzahl verschiedener Bedingungen und Wachstumsstadien in fünf Ländern, den Aufbau einer umfangreichen Datenbank von EU-Agrardriftdaten (2.200 Versuche), die Analyse dieser Daten, den Entwurf bayesianischer Regressionsmodelle und eines Driftkurven-Tools auf Basis dieser Daten; den Vergleich zweier mechanistischer Modelle mit Felddaten und untereinander, die Prüfung von Unterschieden der Messergebnisse unterschiedlicher Forschungsstationen, die Zusammenstellung aller Informationen für die Öffentlichkeit sowie die Bereitstellung webbasierender Informationen zu Mitigationsentscheidungen und die Zusammenfassung nationaler Zertifizierungsschemata.

Pflanzenschutz-Monitoring in den Niederlanden

Dennis Kalf vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wassermanagement / Zentrum für Wassermanagement warf einen Blick auf die niederländische Pflanzenschutzpolitik. Die Ergebnisse eines umfangreichen Monitorings zeigten zwar eine Abnahme der Überschreitungen von Umweltqualitätsnormen. Dennoch seien weitere Anstrengungen notwendig. So seien für die meisten problematischen Pflanzenschutzmittel bereits Pläne zur Reduzierung in Bearbeitung. Einige Herausforderungen warteten jedoch noch auf ihre Lösung: Es scheint eine Tendenz zu geben, problematische Pflanzenschutzmittel durch Pflanzenschutzmittel zu ersetzen, die Quantifizierungsprobleme mit sich bringen. Daher sei die Kombination von Monitoring und Modellierung unumgänglich. Nur so könne das „ganze Bild“ erfasst werden. Die Ergebnisse stammen aus der Zwischenbewertung der niederländischen Pestizidpolitik von Aaldrik Tiktak.

Wissenschaftler fordern bessere Kombination von Studien zu Stoffverbleib und Wirkung

Colin Brown von der Universität York und Roman Ashauer von Syngenta befürworten, die Untersuchungen zum Stoffverbleib mit Wirkungsstudien zu kombinieren: „Oft verwenden wir viel Mühe darauf, Stoffverbleib zu untersuchen und vorherzusagen und verlieren dann wertvolle Informationen, weil wir Verbleib und Wirkung nicht im Zusammenhang betrachten“, so die Wissenschaftler. Von einer ganzheitlichen Betrachtung versprechen sie sich großen Zusatznutzen. Sie weisen aber auch darauf hin, dass diese Verfahren größeren Aufwand mit sich bringen. Untersuchungen zum Stoffverbleib müssten in Zukunft mehr als einen Bewertungspunkt aufweisen und auch die räumliche Verteilung der Exposition berücksichtigen. Open-Source-Fate- und -Expositionsmodelle ermöglichen mehr Transparenz und neue Vorstellungen von Autorenschaft und Ownership.

Die Vorteile liegen für Brown und Ashauer auf der Hand. „Das wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Risikobewertung im eigentlichen Sinne.“

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