Aktuelles rund um die Akademie Fresenius

Hier finden Sie aktuelle Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen und die neuesten Meldungen rund um die Akademie Fresenius.

Gestiegenes Verbraucherbewusstsein und Zwang zur Differenzierung stärken Bedeutung der Qualitätssicherung in der Lebensmittelindustrie

Am 27. und 28. Juni trafen sich in Köln über hundert Qualitäts-Verantwortliche der Lebensmittelindustrie zur neunten „QS-Leiter Tagung“ der Akademie Fresenius. Die Liste der Vortrags- und Diskussionsthemen war lang und abwechslungsreich. Die Agenda spiegelt die Vielfalt der Aufgaben und Herausforderungen wider, der sich Qualitätsverantwortliche in der Lebensmittelindustrie stellen müssen: von der Bekämpfung von Lebensmittelfälschung über Risikomanagement in der weltweiten Rohwarenbeschaffung bis zur Zulassungspflicht für Novel Foods. An Diskussions- und Gesprächsthemen herrscht kein Mangel.

Die Digitalisierung bietet völlig neue Möglichkeiten zur Authentifizierung und Zustandsbestimmung von Lebensmitteln. Was sich von den neuen Techniken wie Fingerprinting, Targeting, Profiling und innovativen Schnelltestverfahren eignet und welche Herausforderungen sie mit sich bringen, diskutierten Experten aus den Unternehmen mit Vertretern aus Behörden und der Wissenschaft. 

Mineralöl-Kohlenwasserstoffe in Lebensmitteln: Eintragungen geschehen  entlang der Lieferkette

Ein weiterer Tagungsschwerpunkt widmete sich den gegenwärtig heiß diskutierten Mineralöl-Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln. Dazu informierte Markus Paul von Eurofins Food Germany, wie sich Einträge reduzieren lassen. Bekannte Eintragsquellen sind zuum Beispiel  Druckfarben in Lebensmittelverpackungen aus Altpapier, aus denen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOSH = Mineral Oil Saturated Hydrocarbons und MOAH: Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) in Lebensmittel gelangen und leicht aus Lebensmitteln in den Körper aufgenommen werden können. 

Die Verpackung ist aber nicht die einzige Risikoquelle. Es gibt viele Ursachen und Möglichkeiten für den Übergang von MOSH und MOAH auf Lebensmittel. „Mineralöl-Kohlwasserstoffe sind keine Prozess-Kontaminanten, wie beispielsweise Acrylamid oder MCPD, sie werden immer in die Lieferkette eingetragen“, zeigte Paul praxisnah. MOAH werden zum Beispiel über Schmiermittel oder Verschmutzung der Rohstoffe ‚eingekauft‘. 

Mit Blick auf deutsche und europäische Bemühungen, neue Gesetze auf den Weg zu bringen, bewertete Markus Paul die Rechtslage noch als unsicher. Definiert werden die Anforderungen aktuell nicht durch Behörden, sondern durch nichtstaatliche Organisationen wie etwa Foodwatch, Ökotest oder Stiftung Warentest und Handelsketten, die sich des Themas angenommen haben.

Amtliche Labore und QS-Labore: So klappt die Verständigung

Weitere Vorträge dieses Fresenius-Praktikertreffens widmeten sich der Qualitätssicherung bei der Rohwarenbeschaffung und aktuellen Entwicklungen der Lebensmittel- und Produktstandards IFS (International Featured Standards). Hier gab Stephan Tromp, Managing Director des IFS, einen ersten Eindruck in die Änderungen, die die Industrie 2018 mit der Version 7 des Handelsstandards umsetzen müssen.

Stephan Walch vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe beschäftigte sich mit den gegenseitigen Erwartungen der amtlichen Labore und der Labore der Lebensmittelindustrie. Er betonte, dass die Bewertung von Zusammenhängen im Beanstandungsfall allen Beteiligten leichter fällt, wenn EU-weite oder international vergleichbare Methoden angewendet werden. Außerdem müssen Messunsicherheiten seriös bestimmt und angegeben sowie Daten in den Prüfberichten eindeutig dargestellt werden. 

Transparenzinitiative: Fleischhersteller lässt Fakten sprechen

Gereon Schulze Althoff vom Fleischproduzenten Vion beschrieb Qualitäts- und Tierschutz-Themen aus Sicht eines Fleischunternehmens. „In Deutschland ist das Bewusstsein für mehr Hintergrundinformationen und Transparenz bei der Herstellung von Lebensmitteln in den letzten Jahren gewachsen. Immer wieder steht dabei auch die Fleischindustrie im Fokus einer kritischen Öffentlichkeit“, so Schulze Althoff. Dem Wunsch der Menschen nach mehr Transparenz kommt Vion mit mehr Informationen entgegen. Auf seiner Website informiert das Unternehmen detailliert über die Prozesse bei der Herstellung von Rind- und Schweinefleisch und stellt fortlaufend Daten von Zertifizierungen, Kontrollen und Audits von allen deutschen Vion-Standorten ins Netz. Ebenso werden kontinuierlich Angaben zu den amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchungsbefunden der bei Vion angelieferten und geschlachteten Tiere gemacht. 

Eingebettet ist die Transparenz-Initiative in ein umfassendes Corporate-Social-Responsibility-Programm. „Jeder kann sich nun selbst ein Bild machen, wie wir arbeiten und dann entscheiden“, ist Gereon Schulze Althoff überzeugt. Seine Erfahrungen sind „sehr positiv“: Das Bemühen, die Fakten sprechen zu lassen, hätte bereits zu mehr Sachlichkeit und weniger Skandalisierung geführt. „Wir sind gespannt, wie sich das Thema weiterentwickelt“, so Schulze Althoff abschließend.

Whistleblowing in der Lebensmittelindustrie

Mit dem Phänomen des „Whistleblowing“, dem Aufdecken von Skandalen durch Weitergabe von Informationen an die Öffentlichkeit, beschäftigte sich der Qualitätsmanagement-Experte und Sachverständige für Lebensmittelsicherheit Ulrich Nöhle. Seine Mahnung an die Lebensmittelunternehmen: „Whistleblowing ist immer das Ergebnis unzureichender Personalführung.“ Ein funktionierendes innerbetriebliches Beschwerdesystem für inkompatible Abläufe könne bewirken, dass Frust abgebaut werde oder gar nicht erst entstehe. 

QS-Leiter Tagung 2018 wieder in Köln

Der Termin für die Fresenius-QS-Leiter Tagung im nächsten Jahr steht bereits fest: 2018 findet die Veranstaltung am 26. und 27. Juni wieder in Köln statt.

Aktuelle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier!

10. Fresenius-Praktikertreffen "QS-Leiter Tagung"

Termin: 26. und 27. Juni 2018

Ort: Köln

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Die Akademie Fresenius GmbH

Alter Hellweg 46
44379 Dortmund

Telefon  +49 231 75896-50
Telefax  +49 231 75896-53
E-Mail  freseniusakademie-fresenius.de 
www.akademie-fresenius.de


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