Aktuelles rund um die Akademie Fresenius

Hier finden Sie aktuelle Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen und die neuesten Meldungen rund um die Akademie Fresenius.

Internationale Fresenius-Konferenz in Mainz diskutierte Risikobewertung chemischer Gemische

Am 17. und 18. April lud die Akademie Fresenius in Mainz zur 16. internationalen Konferenz „Food Safety and Dietary Risk Assessment“. Hochrangige Experten aus Europa diskutierten neue Trends und Verfahren der Rückstandsanalytik. Ein Schwerpunkt der Tagung lag auf der Bewertung der Risiken durch Gemische von Kontaminanten für Menschen. Die Teilnehmer erhielten unter anderem einen Statusbericht der Arbeitsgruppe zur Harmonisierung von Risikobewertungsmethoden bei der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. 

Lebensmittel können verschiedene, potenziell gesundheitsschädliche Stoffe enthalten – zum Beispiel Umweltkontaminanten, oder Pestizidrückstände. Die Bewertung des gesundheitlichen Risikos derartiger Stoffgemische ist kompliziert. In der Regel stehen nur toxikologische Daten für die Einzelsubstanzen zur Verfügung, häufig nicht aber für das komplexe Gemisch. Die kumulative Risikobewertung chemischer Gemische zählt deshalb momentan zu den größten Herausforderungen für Toxikologen und Risikobewerter.

Erwünscht: ein europaweit einheitlicher Ansatz zur Bewertung chemischer Gemische

Alan R. Boobis vom Imperial College (London) gab einen Überblick über aktuelle Verfahren zur Bewertung chemischer Gemische. Er stellte fest, dass es in Europa zurzeit keinen übergeordneten Ansatz für kumulative Risikobewertung gebe, auch wenn Gremien wie zum Beispiel die OECD an einem derartigen Ansatz arbeiten. Es ist immer eine Frage der Abwägung: Wie kann es gelingen, den Verbraucherschutz zu erhöhen ohne den internationalen Lebensmittelhandel unnötig einzuschränken? Boobis sieht vor allem die Notwendigkeit, auf europäischer Ebene die Prinzipien zu definieren, nach denen Chemikalien zur Risikobewertung in Gruppen zusammengefasst werden: „Das Grundprinzip für eine Bewertungsgruppe muss eindeutig beschrieben werden, auf welcher Grundlage auch immer.“

EuroMix: Messung und Risikobewertung von Gemischen

Jacob van Klaveren vom Niederländischen Institut für Umwelt und Gesundheit (RIVM) berichtete über den aktuellen Stand des EuroMix-Projektes (European Test and Risk Assessment Strategies for Mixtures). In diesem Projekt arbeiten Wissenschaftler aus 15 Ländern zusammen. EuroMix zielt darauf ab, Tests zu entwickeln, um die Toxizität von Gemischen zu bestimmen und eine webbasierte Modell- und Datenplattform zur Risikobewertung einer kombinierten Exposition von verschiedenen Chemikalien über mehrere Expositionswege bereit zu stellen. Ein Schlüsselaspekt dieser Arbeit besteht darin, die EFSA-Methodik zur kumulativen Risikobewertung von Pestiziden zu verfeinern, aber EuroMix befasst sich auch mit dem Risiko der Exposition gegenüber anderen chemischen Klassen wie Umweltchemikalien und Zusatzstoffen, die dasselbe nachteilige Resultat teilen. Am Ende des Projekts wird EuroMix praktische Anleitungen zur Verwendung der EuroMix-Modelle, -Tests und -Daten bereitstellen, die den künftigen Anforderungen der OECD, der Weltgesundheitsorganisation, der Europäischen Kommission und der EFSA entsprechen.

Aggregierte und kumulierte Risikobewertung in den USA: CARES NG

Bruce Young aus den US von Bayer Crop Science stellte das cloud-basierte probalistische Model CARES vor. CARES stützt sich auf öffentliche Daten und will Anhaltspunkte für die die aggregierte und kumulative Exposition gegenüber Pestiziden ermitteln. Einen Vorteil von CARES sieht Young in der Arbeit mit temporalem Verbrauchsverhalten (Temporal Consumption Pattern). Das erlaube die Ermittlung der Durchschnittsbelastung. CARES ist eine Not-For-Profit-Initiative verschiedener Stakeholder.

Bruce Young von Bayer Crop Science in den USA präsentierte einen Überblick über CARES NG (conseng.org) – ein Cloud-basiertes, probalistisches Modell. CARES NG verwendet öffentliche Daten und zielt darauf ab, eine multi-route- und multi-source aggregierte und kumulative Exposition gegenüber Pestiziden bereitzustellen. Young sieht viele Vorteile des CARES NG-Modells: benutzerfreundliche Schnittstelle, integrierte Verbrauchs- und Überwachungsdaten und temporäre Verbrauchsmuster, die die Schätzung der kurzfristigen Exposition ermöglichen (zeitgewichteter Durchschnitt). CARES NG ist eine gemeinnützige Initiative verschiedener Interessengruppen.

Revision der IESTI-Berechnungsgrundlage

Ein weiterer Tagungsschwerpunkt widmete sich der Frage, welche Auswirkungen die Revision der Berechnungsgrundlage zur Abschätzung der Kurzzeit-Aufnahmemenge (International Estimated Short-term Intake, IESTI) auf europäische Höchstmengen für Rückstände (Maximum Residue Levels MRLs) und damit auf den Verbraucherschutz haben. Gaelle Vial von der französischen Agentur für Lebensmittel, Umwelt- und Arbeitsschutz (ANSES) geht nur von geringen Änderungen aus, da kein Rohstoff durch die Änderungen besonders betroffen sei.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Die Akademie Fresenius GmbH

Alter Hellweg 46
44379 Dortmund

Telefon  +49 231 75896-50
Telefax  +49 231 75896-53
E-Mail  freseniusakademie-fresenius.de 
www.akademie-fresenius.de


Jetzt teilen


zurück zur Übersicht
Rebecca Keuters

Ihre Ansprechpartnerin

Rebecca Keuters
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

+49 231 75896-76
rkeutersakademie-fresenius.de