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Pflanzenschutzmittel in Wasser, Luft und Boden: 19. Internationale Fresenius Konferenz diskutierte Risikomanagement aus internationaler Perspektive

Behaviour of Pesticides in Air, Soil and Water

Am 19. und 20. Juni lud die Akademie Fresenius zur 19. Konferenz für Pflanzenschutzexperten nach Mainz ein. Auf der internationalen Veranstaltung diskutierten Fachleute aus Europa, Brasilien und den USA neue Anforderungen, Strategien und Verfahren zur Bewertung, Zulassung und Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln. Auf den zwei Konferenztagen gaben Vertreter der Europäischen Kommission, des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie Experten aus Kanada, Brasilien und wissenschaftliche Mitarbeiter der EFSA einen Überblick über aktuelle Gesetzesinitiativen und Forschungsvorhaben.

Auf dem Programm standen Erfahrungen mit der EU-Pflanzenschutzverordnung 1107/2009 in Deutschland und in anderen europäischen Ländern im Vergleich zur Regelung des Einsatzes von Pestiziden außerhalb Europas – zum Beispiel in Kanada oder Brasilien. Außerdem stellten Vertreter des TOPPS-Projektes, einer Initiative der EU Kommission und des Verbandes der europäischen Pflanzenschutzindustrie (ECPA), Best-Practice-Beispiele für das Management von Drainage- und Auswaschungsprozessen vor. 

Direkt aus Brüssel berichtete Wolfgang Reinert von der EU Kommission über den aktuellen Stand der Verordnung 1107/2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln. Diese Verordnung ist nun seit sechs Jahren geltendes Recht. Eine wichtige Neuerung, die mit dieser Verordnung in Kraft trat, ist das „Low Risk Concept“: Wirkstoffe, die bestimmte Kriterien erfüllen, werden einer eigenen Kategorie zugeordnet. Pflanzenschutzmittel, die ausschließlich solche Wirkstoffe enthalten und auch sonst keine bedenklichen Inhaltsstoffe haben, gelten als "Pflanzenschutzmittel mit geringem Risiko" und unterliegen in den Mitgliedstaaten einem einfacheren und schnelleren Zulassungsverfahren. Außerdem ist die Aufnahme dieser Wirkstoffe in die Positivliste länger gültig. 

Klarere Bewertungskriterien für das „Low Risk Concept“ 

Wolfgang Reinert berichtete, dass sich dieses „Low Risk Concept“ bewährt habe und von allen Stakeholdern begrüßt und unterstützt werde. Die Kommission hatte zur Verbesserung und Vereinfachung eine Arbeitsgruppe zur Überarbeitung der Bewertungskriterien eingesetzt. „Die neuen Kriterien sind detaillierter und klarer“, ist Reinert überzeugt und räumt ein, dass die Finalisierung des Vorschlags mehr Zeit in Anspruch genommen habe als ursprünglich vorgesehen. Die Prüfung der Vorschläge durch die Ausschüsse im Europäischen Parlament und im Europäischen Rat werden voraussichtlich im Juli diesen Jahres abgeschlossen sein. 

Deutschlands Risikomanagement-Strategie für potenziell volatil aktive Substanzen 

Christine Kula vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) berichtete über Deutschlands Risikomanagement-Strategie für potenziell volatile Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. In standardisierten Risikomanagementverfahren werden per Definition nur Abstände von bis zu 20 Metern einbezogen. Die landwirtschaftliche Praxis zeige aber z.B. auch das Aufhellen von weiter entfernten empfindlichen Nicht-Ziel-Pflanzen. Eine weitere Herausforderung, die das Risikomanagement von volatil aktiven Substanzen auch bei größeren Abständen von den Ausbringungsflächen erfordere, sei die Koexistenz von organischer und konventioneller Landwirtschaft. Kula verwies auf Fälle, in denen durch Transport durch die Luft zum Beispiel die herbiziden Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfocarb in Bio-Produkten nachgewiesen wurden. Die Unterscheidung zwischen Abdrift und Verflüchtigung sei in allen bisher beobachteten Fällen schwierig. Die tatsächlichen Bedingungen vor Ort spielen eine zentrale Rolle. Das BVL hat für Pflanzenschutzmittel mit den genannten Wirkstoffen neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, die die Verflüchtigung und Abdrift herabsetzen sollen. Kula wünscht sich ein einheitliches Konzept und den Austausch von Monitoring Daten und Erfahrungen auf europäischer Ebene.

TOPPS: Gute fachliche Praxis für besseren Gewässerschutz

Volker Laabs von BASF gab im Namen der European Crop Protection Organisation (ECPA) einen Statusbericht über das dreijährige Projekt TOPPS (Training the Operators to Prevent Pollution from point Sources) Water Protection. Das Projekt wird durch Mittel der ECPA und der Projektpartner finanziert. TOPPS leistet einen Beitrag zur Reduktion von Wasser-Verunreinigungen mit Pflanzenschutzmitteln indem praxisgerechte Empfehlungen zur Reduktion von Eintragsrisiken in Gewässer erarbeitet werden. Informationsbroschüren, Trainings- und Demonstrationsprogramme sollen helfen, diese in vielen EU-Ländern umzusetzen. Volker Laabs berichtete, dass die TOPPS Methodologie zur Eintragsrisikoanalyse und eine komplette Toolbox für „Best Management Praxis“ nun vorliegen. Außerdem wurde in den Niederlanden und Belgien ein Web-basiertes Entscheidungstool für Landwirte erprobt, um Punkteintragsmöglichkeiten auf den Bauernhöfen aufzudecken und abzustellen. Die eigene EU-TOPPS Akademie bietet Train-The-Trainer-Programme an, um die gesammelten Erkenntnisse an die Experten in den EU-Mitgliedsländern weiter zu vermitteln. Für das kommende Jahr, wenn das laufende Projekt in die Schlussphase geht, kündigte Laabs eine Projekt-Fortsetzung an, in dem unter anderem die Weiterentwicklung der web-basierten Entscheidungshilfe-Tools sowie die Anwendung der kompletten TOPPS-Methodologie in Demonstrations-Flusseinzugsgebieten einen Schwerpunkt darstellen werden.

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20. Internationale Fresenius AGRO-Konferenz "Behaviour of Pesticides in Air, Soil and Water"

Termin: 18. und 19. Juni 2018

Ort: Mainz

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Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Die Akademie Fresenius GmbH

Alter Hellweg 46
44379 Dortmund

Telefon  +49 231 75896-50
Telefax  +49 231 75896-53
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