Aktuelles rund um die Akademie Fresenius

Hier finden Sie aktuelle Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen und die neuesten Meldungen rund um die Akademie Fresenius.

Regulatorische Toxikologie: Internationale Konferenz diskutierte neue Verfahren zur Analytik von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln

Auf einer internationalen Konferenz der Akademie Fresenius am 2. und 3. Dezember in Mainz diskutierten Vertreter der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) mit Vertretern nationaler Institute und der Industrie über aktuelle Fragen der Regulatorik von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln. 

Die Teilnehmer und Referenten warfen einen Blick auf neue Untersuchungsmethoden und aktuelle Studien. Zum Beispiel berichteten EFSA-Vertreter über die Weiterentwicklung des Ansatzes, epidemiologische Studien zur Bewertung der Sicherheit von Pestiziden heranzuziehen. Außerdem auf der Tagesordnung: kumulative Bewertung von Wirkstoffen, Einsatzmöglichkeiten von Verunreinigungsprofilen und der Nutzen von In-Silico-Methoden zur Bestimmung der Genotoxizität von Pflanzenschutzmitteln.

Im Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Wissenschaftlern, Behörden und Pflanzenschutzindustrie über neue Analyseverfahren zur Risikoabschätzung steht die Abwägung zwischen möglichst genauer Vorhersagbarkeit von Auswirkungen auf den Menschen auf der einen und Reduzierung des Aufwands der Dossiererstellung und der Durchführung von Tierversuchen auf der anderen Seite.

Vergleichende Metabolismus-Studien: Ergebnisse des EFSA-Workshops

Emanuela Testai von dem Nationalen Institut für Gesundheit in Italien stellte die Ergebnisse eines wissenschaftlichen Workshops vor, den die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) 2018 durchgeführt hat, um vergleichende In-vitro-Stoffwechselstudien besser zur Risikobewertung und Zulassung von Pestiziden nutzen zu können. Eine entsprechende Prüfungsrichtlinie gibt es bisher nicht. Eine EFSA-Arbeitsgruppe wird jedoch ein Leitliniendokument erstellen, um diesen Punkt anzusprechen. Während des Workshops konzentrierten sich die Diskussionen auf die Frage des Umfangs der Informationen, die erhoben und in den Studienprotokollen enthalten sein müssen. Außerdem diskutierten die Workshop-Teilnehmer, wie Metabolismusdaten in einem evidenzbasierten Bewertungsansatz für endokrin vermittelte Toxizitätsmechanismen auf der Grundlage der Leitlinien der ECHA und der EFSA zur Identifizierung endokriner Disruptoren verwendet werden können.

In-Silico-Verfahren: Was können Simulationen am Computer leisten?

Viele Experten erhoffen sich durch den vermehrten Einsatz von sogenannten In-Silico-Verfahren, die die Wirkung von Stoffen per Computer simulieren, einfache Prozesse und weniger Tierversuche. Experten beurteilen das Verfahren hinsichtlich seiner Anwendbarkeit und hinsichtlich der Angemessenheit der Ergebnisse. 

Mark Cronin von der John Moores University in Liverpool erwartet, dass diese Entwicklungen in der Computertoxikologie neue Möglichkeiten zur Vorhersage der Auswirkungen von Pestiziden und ihren Metaboliten auf den Menschen bieten. Allerdings sei es schwierig, die Wahrscheinlichkeit definitiv vorherzusagen, dass einzelne Metaboliten gewonnen werden. Laut Cronin variiert die Aussagekraft der verschiedenen Modelle in Bezug auf Leistung und Anwendbarkeit. Allerdings seien diese Modelle auch gut geeignet, um Ansätze wie das Read-Across mit prognostizierten Metabolitenprofilen zu unterstützen.

SciRAP: Online-Plattform fördert Austausch zwischen Wissenschaft, Behörden und Politik

Anna Beronius vom Karolinska Institute in Schweden stellte eine Online-Plattform zur Bewertung von Toxizitäts- und Ökotoxizitätsstudien vor: SciRAP (Science in Risk Assessment and Policy) soll eine Brücke zwischen Wissenschaft, Regulierung und Politik schlagen. Die Webseite (http://www.scirap.org) liefert Kriterien für die Bewertung der Zuverlässigkeit und Relevanz von Studien. Die Reporting-Plattform stellt auch Richtlinien zur Verfügung, die als Hilfsmittel für Forscher bei der Konzeption, Durchführung und Berichterstattung von Studien gedacht sind. 

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Die Akademie Fresenius GmbH

Alter Hellweg 46
44379 Dortmund

Telefon  +49 231 75896-50
Telefax  +49 231 75896-53
E-Mail  freseniusakademie-fresenius.de 
www.akademie-fresenius.de


Jetzt teilen


zurück zur Übersicht
Rebecca Keuters

Ihre Ansprechpartnerin

Rebecca Keuters
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

+49 231 75896-76
rkeutersakademie-fresenius.de