Aktuelles rund um die Akademie Fresenius

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Vormarsch der Bio-Pflanzenschutzmittel wird oft durch hohe Zulassungskosten und lange Auswertungszeiträume gestoppt

Der Markt für Biopestizide, Biodünger und Biostimulatoren wächst. Aber es warten noch viele Fragen zur Zulassung und zur Risikoeinschätzung auf Antwort. Auf der internationalen „Biocontrol-Konferenz“ der Akademie Fresenius diskutierten am 5. und 6. Juni in Mainz Forscher, Politiker und Vertreter aus Zulassungsbehörden, wie die Risikoabschätzung, Zulassung und regulatorische Praxis von Biopestiziden verbessert werden kann.

Noch beträgt der Anteil der Biopestizide am Pestizid-Weltmarkt nur wenige Prozent. Die Produktionskosten sind im Vergleich zu herkömmlichen Pestiziden sehr hoch, gleichzeitig ist die Wirkung zwar umweltverträglicher, aber oft auch weniger radikal. Umso wichtiger sind den Herstellern unbürokratische und kostengünstige Zulassungsverfahren. 

ECHA Ad hoc-Arbeitsgruppe zu bioziden Wirkstoffen hat Arbeit aufgenommen

Outi Priha von der Europäischen Chemikalienbehörde ECHA (Helsinki) beschrieb den aktuellen Stand der Bemühungen, den Rahmen der EU-Verordnung über Biozidprodukte (BPR) auf Biozide auszudehnen. Die Agentur hat im vergangenen Jahr eine Ad hoc-Arbeitsgruppe zur Untersuchung mikrobiologischer Wirkstoffe ins Leben gerufen. Diese Arbeitsgruppe soll den Ausschuss für Biozidprodukte darin unterstützen, die Verfahren zur Zulassung und Verbesserung von bioziden Wirkstoffen zu verbessern.

Biostimulatoren: Zulassungskosten und Verfahren von Land zu Land unterschiedlich

Ein eigener Tagungsschwerpunkt der Fresenius-Konferenz widmete sich der Zukunft der Biostimulatoren. Biostimulatoren sind Substanzen oder Mikroorganismen, die pflanzliche Stoffwechselprozesse fördern und so darauf zielen die Nahrungsverwertung die Toleranz abiotischer Einflüsse und die Erntequalität zu verbessern. Marta Lopez vom belgischen Beratungsunternehmen Redebel warf einen Blick auf die regulatorische Situation in Europa. Diese Situation ist alles andere als einheitlich. Nicht nur die Verfahren, Anforderungen an die Dossiererstellung und Fristen sind von Land zu Land unterschiedlich, sondern auch die Kosten. Deshalb benötigen die Hersteller eine detaillierte Markteintrittsstrategie, die nicht nur auf Kunden und Absatzchancen ausgerichtet ist, sondern auch die unterschiedlichen nationalen Regulierungen und Kosten der Zulassung berücksichtigt. Noch ist Europa von einer einheitlichen Gesetzgebung weit entfernt. Marta Lopez hofft auf Besserung und unbürokratische Lösungen: „Schutz von Mensch und Natur sollten oberstes Ziel sein. Trotzdem sollten die Datenanforderungen für die Produktgruppe der Biostimulatoren pragmatisch und angemessen festgelegt werden.“

Markt für Biostimulatoren auch in den USA noch nicht einheitlich geregelt

Keith Pitts vom kalifornischen Biopestizid- und Biostimulantien-Produzenten Marrone Bio Innovations berichtete über Markttrends und die Zulassungsverfahren für Biostimulatoren in den USA. Auch hier sehen die Hersteller sich Herausforderungen gegenüber, weil es bisher weder auf Bundes- noch auf Bundesstaatenebene eine einheitliche Richtlinie gibt, die die Verwendung des Begriffs „Biostimulator“ definiert und erlaubt. Die größten Hersteller haben sich nun zusammengeschlossen, um eine einheitliche Definition des Gesetzgebers zu erwirken, eindeutige Kriterien zur Beschreibung von Biostimulatoren und einen verbesserten Weg zur Kommerzialisierung zu erarbeiten.

Baculovirenprodukte: Nischenmarkt mit hohen Eintrittskosten

Philip Kessler vom Pflanzenschutzmittelhersteller Andermatt Biocontrol (Schweiz) berichtete über Herstellung und Zulassung von Viren am Beispiel der Baculoviren. Baculovirenprodukte gehören zu den erfolgreichsten biologischen Insektiziden weltweit. Ihr Einsatz gilt als unbedenklich und effizient. Dennoch sehen sich, wie Philip Kessler berichtete, die Hersteller hohen Investitionskosten und großen Unsicherheiten gegenüber. Er bemängelt zum Beispiel hohe und vor allem unvorhersehbare Kosten für die Zusammenstellung der Datenpakete, fehlende Erfahrung im Umgang mit Biopestiziden auf Seiten der Behörden.  Das alles führe zu Verzögerungen und Verunsicherung. Er wünscht sich, dass die Zulassungsgebühren für Produkte, die einen Nischenmarkt ansprechen, angepasst und die OECD Dossier-Formate vereinheitlicht werden. 

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Telefax  +49 231 75896-53
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